Buchtipp
Rositas Haut
Geschrieben von Thomas   
Dienstag, 27. September 2005
Die 5. Verhaltensregel des Mosquitos lautet:
rositas_haut.jpg „ Je besser du die Menschen kennenlernst, desto genauer weißt du, dass es sich um niedere Wesen handelt- ein Tier, das sich in einen Menschen verliebt, begeht daher die schwerste aller moralischen Verfehlungen und kommt zur Strafe noch einmal als Mensch auf die Welt zurück.“
Da ein Mosquito nicht in der Lage wäre dieses Buch zu schreiben, lässt sich schlussfolgern, dass sich dieser in einen Menschen verliebt haben muss.
„ Liebe, ach ja. Noch nie hat es ein hübscheres Wort für eine bösere Sache gegeben.“
Die Gefühle einer Stechmücke nachzuvollziehen, wäre mir nie in den Sinn gekommen, jedoch fühlte ich mich, während ich Seite für Seite verschlungen habe, längst selbst wie ein Insekt, das von dem Ventilator aus die Zärtlichkeiten und Grausamkeiten zweier Menschen verschiedenen Geschlechts, beobachtet.
Erotik zwischen einer Frau und einem Mosquito?
„ Durch meine, eines kleinen Mosquitos, Berührung wird die Brustspitze dieses Mädchens immer höher und steifer…Worauf wartest du? Los stich mich! Stich endlich zu! Als ich dann in sie eindringe…“ Lest und fühlt selbst.
Am Ende ist noch eine Frage offen: Welches Tier war jeder einzelne von uns, bevor wir die Zeit des Menschen- Daseins zu fristen begannen?

"Rositas Haut"
Esther Vilar
 Dtv München 2000
 
Die Entdeckung der Langsamkeit
Geschrieben von Suse   
Dienstag, 27. September 2005

Entdeckung_der_Langsamkeit.jpgDie Wahrnehmung eines jeden Menschen ist eine Andere. Menschen fühlen, riechen, schmecken, hören und sehen die Welt durch verschiedene Augen. Das Bild, dass sich dem Betrachter aus der Summe seiner Wahrnehmungen ergibt, erscheint ihm als wahrhaft und unverfälscht. So ist auch die Realität etwas augenblicklich Individuelles.
„Die Entdeckung der Langsamkeit“, geschrieben von Sten Nadolny, erzählt die Lebensgeschichte des John Franklin. In Kindertagen für seine Langsamkeit im Sprechen, Denken und seiner verminderten Reaktionsfähigkeit zum Außenseiter vorprogrammiert, erkennt gerade sein Lehrer, Dr. Orme, dass John´s Behinderung auch Vorteile mit sich bringt. John geht früh zur Marine und lernt immer besser mit der Zeit umzugehen, indem er sie nach seinen eigenen Maßstäben misst.
Doch die rasende Zeit lässt dem „langsamen“ John keine Ruhe, um sich langsam zu entwickeln. Krieg – wird Teil des Lebens, bringt Tod, hinterlässt tiefe Wunden. Doch das Ende? Noch lange nicht.
Die Lebensgeschichte des großen Entdeckers der Nordpassage John Franklin ist ein spannendes und höchst empfehlenswertes Buch.
Mir stellte sich am Ende des Buches die Frage: „Ist Langsamkeit nicht manchmal mehr?“. Findet es heraus!

"Die Entdeckung der Langsamkeit"
Herausgeber: Sten Nadolny
Piper Verlag 1995

 
Der Kontrabass
Geschrieben von Thomas   
Dienstag, 27. September 2005
Der_Kontrabass.jpg"In den letzten Jahren das meistgespielte Stück auf deutschsprachigen Bühnen, übersetzt in siebzehn Sprachen." Hiermit lockt der Verlag auf dem Buchrücken. Und ich erwische mich, wie ich danach greife... Der Süskind, Mensch, woher kenn ich den... richtig: "Das Parfum", der Klassiker. Also nehm ich ichs mit nach Hause, das Buch. Schnell gelesen hab ich´s dann auch. 87 Seiten in (quasi) Blindenschrift. Ein Kinderspiel selbst für "Zwischendurchleser"! Man stelle sich einen Mann Mitte 30 vor, der aus dem Nähkästchen plaudert - Monolog. Als 5. Kontrabassist seines Orchesters habe man es eben nicht einfach, und überhaupt, könne man sich denn vorstellen, wie schlimm dieses Instrument eigentlich ist und was es aus dem Menschen macht? All dies wäre zu klären. Hinzu kommt das bisher erfolglose Geständnis der Liebe gegenüber der Frau seiner Träume... und der Clou ist nur noch einen Steinwurf entfernt.
Man lese und staune über die Weltanschauung dieses so unbedeutenden Kontrabassisten.
Aufgeführt wurde dieses Theaterstück übrigens erstmalig 1981 mit Nikolaus Paryla als Regisseur und Darsteller des Kontrabassisten.

Thomas
"Der Kontrabass"
Patrick Süskind
Diogenes Verlag
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 27. September 2005 )
 
Der Haschisch-Club - ein literarischer Drogentrip
Geschrieben von Thomas   
Dienstag, 27. September 2005
HaschischClub.jpg"Der Haschisch-Club" oder auch Club des Hachichins ist eine "lockere Versammlung von Boheme-Künstlern", die sich um 1840 allwöchentlich im Hôtel Pimodan in Paris treffen. Zu ihrer Inspiration nehmen die Herrschaften nun verschiedenste psycholaktive Stoffe, kurz Drogen, ein. Zu den Mitstreitern gehören unter anderem Balzac, Baudelaire und Flaubert.
Im Groben ist das Buch eine Zusammenstellung literarischer Ergüsse solcher Schreiberlinge, die ihre Drogenerfahrungen niedergeschrieben haben. Im Buch zu finden sind unter anderem Erfahrungsberichte von Mark Twain, Marco Polo, Sigmund Freud oder auch Leary. Andersartige Wahrnehmung und Selbstreflektion während eines "Trips" werden von den Autoren sehr interessant beschrieben. Die sprachliche Gestaltung ist dabei sehr vielseitig. Teilweise hochlobend, zum Teil aber auch sehr kritisch berichten die Verfasser über die unterschiedlichsten Drogen.
Absolut lesenswert für jeden! Selbst für diejenigen unter euch, die Drogen niemals probieren wollen.

"Der Haschisch-Club"
Herausgeber: Ulf Müller / Michael Zöllner
Tropen Verlag 2002

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 27. September 2005 )
 
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