Theatralisch
Der Kontrabass
Geschrieben von Thomas   
Dienstag, 27. September 2005
Der_Kontrabass.jpg"In den letzten Jahren das meistgespielte Stück auf deutschsprachigen Bühnen, übersetzt in siebzehn Sprachen." Hiermit lockt der Verlag auf dem Buchrücken. Und ich erwische mich, wie ich danach greife... Der Süskind, Mensch, woher kenn ich den... richtig: "Das Parfum", der Klassiker. Also nehm ich ichs mit nach Hause, das Buch. Schnell gelesen hab ich´s dann auch. 87 Seiten in (quasi) Blindenschrift. Ein Kinderspiel selbst für "Zwischendurchleser"! Man stelle sich einen Mann Mitte 30 vor, der aus dem Nähkästchen plaudert - Monolog. Als 5. Kontrabassist seines Orchesters habe man es eben nicht einfach, und überhaupt, könne man sich denn vorstellen, wie schlimm dieses Instrument eigentlich ist und was es aus dem Menschen macht? All dies wäre zu klären. Hinzu kommt das bisher erfolglose Geständnis der Liebe gegenüber der Frau seiner Träume... und der Clou ist nur noch einen Steinwurf entfernt.
Man lese und staune über die Weltanschauung dieses so unbedeutenden Kontrabassisten.
Aufgeführt wurde dieses Theaterstück übrigens erstmalig 1981 mit Nikolaus Paryla als Regisseur und Darsteller des Kontrabassisten.

Thomas
"Der Kontrabass"
Patrick Süskind
Diogenes Verlag
 
Der Haschisch-Club - ein literarischer Drogentrip
Geschrieben von Thomas   
Dienstag, 27. September 2005
HaschischClub.jpg"Der Haschisch-Club" oder auch Club des Hachichins ist eine "lockere Versammlung von Boheme-Künstlern", die sich um 1840 allwöchentlich im Hôtel Pimodan in Paris treffen. Zu ihrer Inspiration nehmen die Herrschaften nun verschiedenste psycholaktive Stoffe, kurz Drogen, ein. Zu den Mitstreitern gehören unter anderem Balzac, Baudelaire und Flaubert.
Im Groben ist das Buch eine Zusammenstellung literarischer Ergüsse solcher Schreiberlinge, die ihre Drogenerfahrungen niedergeschrieben haben. Im Buch zu finden sind unter anderem Erfahrungsberichte von Mark Twain, Marco Polo, Sigmund Freud oder auch Leary. Andersartige Wahrnehmung und Selbstreflektion während eines "Trips" werden von den Autoren sehr interessant beschrieben. Die sprachliche Gestaltung ist dabei sehr vielseitig. Teilweise hochlobend, zum Teil aber auch sehr kritisch berichten die Verfasser über die unterschiedlichsten Drogen.
Absolut lesenswert für jeden! Selbst für diejenigen unter euch, die Drogen niemals probieren wollen.

"Der Haschisch-Club"
Herausgeber: Ulf Müller / Michael Zöllner
Tropen Verlag 2002

 
Kurzgeschichte: Krankmache
Geschrieben von Thomas   
Dienstag, 27. September 2005


Joint.jpgMein Leben stellt sich manchmal als Anreihung von kurzen Filmausschnitten dar. Das scheint fast normal zu sein....heute... Irgendwer sagt da „Nein!!!“ -- Dialog mit mir selbst -- BIN ICH EIGENTLICH KRANK? Oder werde ich ganz langsam krank? (was ist langsam? Erstarrt, wie eine Schildkröte oder schleppend, wie ein Modem?)
Apropos schleppend. Da schleppt sich etwas herein...etwas, wie...das System! Ich merk es doch! Das war jetzt krank, ja? Freud sagt, ich soll mich beruhigen. Er hat leicht reden. Scheiß Kokser!
Und das System spricht: „Auch deine Drogen verhindern nicht, dass ich dich kriege!“
Ich denke drüber nach, befinde es für völlig richtig... und rauche einen... und dann... ganz plötzlich denke ich... „Ich wollt, ich wär ein Huhn, ich hätt nicht viel... und zeitgleich
Scheiße... der Abwasch!
Drogen für die Erträglichkeit und dann nicht mal abwaschen können. Ich bin fragwürdig in jeder Hinsicht!
Der Rest ist bekannt?... oui oui monsieur, bon appetit (oder so!!!)
Soviel zum Thema: Filmausschnitte im Kopf - aus der Sendereihe.... DER FINGER KANN NICH DRÜCKEN auf den kleinen roten Knopf... Krankmache!
MonologEnde!Danke
 
Kurzgeschichte: Die Straße
Geschrieben von Thomas   
Dienstag, 27. September 2005
Stra__223_e.jpg Ich ging wieder mal diese Straße hinunter. Seltsam, zu sehen, was mich damals bewegte. "Es scheint fast so, als wäre ich, für immer dein Feind", ruft da jemand mir wohl bekanntes. In gewisser Hinsicht hat er recht, auf diese Gegend und mich trifft das allerdings auch zu. Marktplatz meiner Kindheit, Zentrum meines präpubertären Lebens. Und heute? Mir kommt es vor, als würde dort gleich ein Heuballen über die Straße rollen. Dazu spiel ich das "Lied vom Tod" auf meiner Mundharmonika und dabei kann ich nicht einmal Blockflöte spielen. Aber das Bild find ich gut, klopfe mir geradzu auf die Schulter für diese Idee. Sowas pittoreskes aber auch. Die grauen Blöcke allerdings nicht. Dumm nur, dass sie hier die kahlen Wände eines pittoresken Zimmers bilden. Ich muss weg! Ich bin erschüttert, wie faszinierend diese Häuser in meiner Kindheit auf mich wirkten. Waren sie doch sooo groß. Dann stand ich auf dem Dach des größten "in town" und mein Glück war unbeschreiblich. Wieder unten angekommen zerplatzte meine Glücksblase. Nüchternheit machte sich breit. Vergangenes Hochgefühl einfach so weggewischt. Und jetzt stehe ich hier und denke: `Wie im Kleinen, so im Großen´. Man sagt, nur die Liebe kann sich schützen vor dem Fluch der Ernüchterung. Leichter Wind rauscht durch den Hinterhof und über die Straße.
 
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