Willkommen Frühling, ich hab dir ein Mixtape gemacht
Geschrieben von Jule   
Montag, 9. März 2009

Willkommen im Frühling

Der Frühling ist da, das sagen die Wissenschaftler, also muss es stimmen. Egal, ob es noch einmal stürmt und schneit und wir durch meterhohe Schneewehen stapfen, wir ziehen trotzdem keine dicken Wollpullis mehr an, denn ab jetzt werden die Jacken endlich wieder dünner, die Menschen schöner (seltsam, aber wahr, wo sind die nur alle im Winter?) und die Laune wird besser. Und auch die schreckliche Winterpause der guten Musik ist endlich wieder vorbei und wir können uns von ausgezeichneten Bands beschallen lassen. Um mal einen kleinen Einblick zu geben, hier ein paar Bands, die nicht nur knackig frisch sind, sondern auch Laune machen.

La Roux

Auch wenn ich es prophezeit habe, so tot ist Electro doch nicht. La Roux bringt knackige Tanzsongs ins neue Jahr und wird damit sogleich zum NME-Liebling. Na gut, ein wenig erinnert sie schon an The Knife oder Goldfrapp und auch diese kecken 80er-Anleihen haben sich bereits bei Late of the Pier hervorragend gemacht, aber verdammt, diese Songs gehen derartig ins Ohr, dass es schon fast ärgerlich ist. Wenn die nicht bald mal auf Rostocks Partys laufen, muss ich wohl Gewalt anwenden...

Quicksand (Bitte die stylisch hässliche 80er Optik bewundern)

http://www.youtube.com/watch?v=LMBNZ6mDSYk

Little Comets 

Wombats, Los Campesinos, Scouting for Girls...irgendwie will man sie gar nicht mögen, denn so poppig und gut gelaunt kann doch niemand sein. Aber seltsamerweise verschwinden sie dann doch nicht aus der Playlist, schlimmer noch, es werden immer mehr. Little Comets beispielsweise, die noch nicht einmal ein Album draußen haben, haben jetzt schon mit Singles wie "One Night in October" und "Fiance" Ohrwürmer kreiert, die süß wie Lakritzschlangen sind (die Roten, die immer am Gaumen kleben). Und neben dieser Tanz-Garantie spricht auch noch eines für diese Bands: jugendlicher Charme und der Hang zu frechen Texten. Tisk, damit kommt die Jugend aber auch immer ungeschoren davon...

One Night in October (ach, wie süß die doch alle mit ihren bunten Jacken und strubbeligen Indiefrisuren sind...)

http://www.youtube.com/watch?v=KHpILkfDYIs

The Joy Formidable

80er New-Wave-Punk und 90er Alternative, diese beiden verstehen sich ausgezeichnet, wenn man von dem elustren Trio The Joy Formidable ausgeht. Eigentlich poppig und fröhlich verströmen ihre Songs einen Hauch Aggressivität und Traurigkeit, die ihnen ungemein steht. Die Vergleiche mit den Yeah Yeah Yeahs, die ich schon ein paar Mal lesen durfte sind vielleicht etwas weit hergeholt und kommen wahrscheinlich eher durch die Geschlechteraufteilung der Band, als die eigentliche Musik, aber wenn sie dadurch in die Radios kommen, soll es mich nicht stören.

Austere (Nein, das ist nicht Karen O mit blonder Perücke)

http://www.youtube.com/watch?v=W66yhfMb4d0

Uglysuit

Sonnig. Mehr brauch einem zu diesen Jungs gar nicht einfallen, denn ihre Musik ist genau das. Mit wunderbarer Leichtigkeit und ungestümen Optimismus spielen sich die Jungs durch Hammond Orgel und Glockenspiel in frische Sommersongs, die sich wie ein Brunch am Sonntag anhören. Die Shins ohne den beissenden Zynismus treffen The Blue Van, so oder so ähnlich kann man sich das vorstellen. Das Alles ist feierlich, aber niemals pompös und hat ausserdem noch den Charme von Mitzwanzigern, die ihren euphorischen Songtexten auch noch vertrauen.

Chicago (Hm, hier fällt mir jetzt nichts pseudowitziges ein)

http://www.youtube.com/watch?v=eKEyGGtaNTI&feature=related

Eugene McGuinness

Wer immer schon mal wissen wollte, wie ein übermütig, kindlicher Morrissey klingt, der hat mit Eugene McGuinness seine Antwort gefunden. Wer das nicht wissen wollte - auch gut, denn Eugene funktioniert auch ohne Morrissey-Vergleiche. Hymnisch und feierlich, dabei aber mal nicht melancholisch bringt der junge Herr eine ausufernd verspielte Vielfalt an Indiepop, der sich locker zum Geheimtipp 2009 empor schrauben könnte. Mit Songs wie "Fonz" oder "Atlas" möchte man mit Gehstock und Steppschuhen durch die Gegend tanzen und bei "Those Old Black and White Movies" will man sich seine Greta Garbo schnappen und ihr Liebesgedichte im Schein der Straßenlaternen vorlesen.

Fonz (Und das ist nicht Alex Turner, sondern der Eugene, der bei Alex Turners Frisör war)

http://www.youtube.com/watch?v=Q_NOLBv0OlU

 


Letzte Aktualisierung ( Montag, 9. März 2009 )