| Pasewalk - New Walled City |
| Geschrieben von Imperator | |
| Samstag, 9. Januar 2010 | |
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Die Jahre ziehen dahin doch die Probleme bleiben. Als von 20 Jahren die Aufbruchsstimmung ihren Höhepunkt fand, als die D-Mark zwar die Glanzprodukte der BRD erschwinglich machte, aber gleichzeitig die heimische Wirtschaft den Dolchstoß gab, glaubten viele, goldene Zeiten zu erleben.
20 Jahre später will in Pasewalk (MV) niemand mehr etwas von der Wende wissen. Die Resignation, die den gesamten Landstrich fesselt, ist deutlich spürbar.
Angesichts dieser Misere werden wohl auch optimistische Politiker einsehen müssen, dass an diesem Fleck Deutschlands eigentlich nichts mehr zu retten ist. Denn objektiv gesehen fehlt es der Region an Anreizen, dorthin zu ziehen, zu investieren, zu leben. Wenn es wirtschaftspolitisch bisher nicht möglich war, diese Anreize im Verlaufe von 20 Jahren zu schaffen, wird es sehr wahrscheinlich auch in den nächsten 20 Jahren nicht dazu kommen. Daraufhin stellt sich die Frage: Was kann man tun? TEIL II: Die Kulturbande würde ihr weltverbesserischen Selbstanspruch nicht gerecht werden, wenn sie keine Antwort darauf hätte: Wir schlagen vor diesen Landstrich zur Sonderzone zu ernennen! Eine Sonderzone, wo Menschen mit Visionen sich selbst verwirklichen können, und das außerhalb der Gesellschaft.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern sollte daher für einen symbolischen Preis Ländereien im Uecker-Randow-Kreis aufkaufen und es jenen Menschen zur Verfügung stellen und sich selbst aus allem anderen heraushalten. Diese Gegend sollte sich selbst verwalten, sich selbst überlassen werden und „Serengeti Ueckermark“ heißen! Denn was ist eigentlich sinnvoller: Eine Region erfolglos fördern, stets mit der Ideologie, dass diese Förderung sich irgendwann für den Staat über Steuern und Abgaben auszahlen wird oder eine Region im bilanztechnischen Sinn „abschreiben“ und mit dem zukünftig gesparten Steuergeld, alle anderen Regionen besser fördern zu können? Vielleicht muss die Regierung sich eingestehen, dass die staatliche Regulierung Grenzen hat? Es will unter den aktuellen Umständen einfach keiner nach Uecker-Randow ziehen und dort leben. Wenn aber die Bedingungen für wirklich freies Leben, auch mit dem dazu gehörigen Unbequemlichkeiten sichergestellt werden würde, könnte viel Gutes entstehen. OK, für die Skeptiker zwei „worst-case“-Szenarien:
Dass so etwas Anarchohaftes funktionieren kann, bewies die Geschichte mehrmalig! Z.B. gab es in Hongkong bis 1993 ein quasi rechtsfreies Wohnquartier, das den Namen „Kowloon Walled City“ trug. Angeblich war es der Ort mit der höchsten Bevölkerungsdichte weltweit. (1.255.000 Einwohner/km²) Man organisierte sich selbst und baute Häuser, die der Alptraum eines jeden Statikers waren. (siehe Videos) Oder Christiania in Kopenhagen. Die Glanzzeiten dieses Stadtteils sind zwar vorbei, und aktuell ist die autonome Kommune vor der Räumung bedroht, aber immerhin hat man 30 Jahre einen Lebensraum für Künstler und Aussteiger in Selbstverwaltung bewahren können. Was auch immer die Politik macht, sie sollte es bald machen, denn eines steht fest: Besser wird’s nicht! Sehenswerte Videos zu Walled City: 1990 – zu Fuß durch Walled City
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