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Kurzgeschichte: Die Straße |
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Geschrieben von Thomas
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Dienstag, 27. September 2005 |

Ich ging wieder mal diese Straße hinunter. Seltsam, zu sehen,
was mich damals bewegte. "Es scheint fast so, als wäre
ich, für immer dein Feind", ruft da jemand mir wohl bekanntes.
In gewisser Hinsicht hat er recht, auf diese Gegend und mich trifft
das allerdings auch zu. Marktplatz meiner Kindheit, Zentrum meines
präpubertären Lebens. Und heute? Mir kommt es vor, als
würde dort gleich ein Heuballen über die Straße
rollen. Dazu spiel ich das "Lied vom Tod" auf meiner Mundharmonika
und dabei kann ich nicht einmal Blockflöte spielen. Aber das
Bild find ich gut, klopfe mir geradzu auf die Schulter für
diese Idee. Sowas pittoreskes aber auch. Die grauen Blöcke
allerdings nicht. Dumm nur, dass sie hier die kahlen Wände
eines pittoresken Zimmers bilden. Ich muss weg! Ich bin erschüttert,
wie faszinierend diese Häuser in meiner Kindheit auf mich wirkten.
Waren sie doch sooo groß. Dann stand ich auf dem Dach des
größten "in town" und mein Glück war unbeschreiblich.
Wieder unten angekommen zerplatzte meine Glücksblase. Nüchternheit
machte sich breit. Vergangenes Hochgefühl einfach so weggewischt.
Und jetzt stehe ich hier und denke: `Wie im Kleinen, so im Großen´.
Man sagt, nur die Liebe kann sich schützen vor dem Fluch der
Ernüchterung. Leichter Wind rauscht durch den Hinterhof und
über die Straße.
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