Loriot Auslese
Geschrieben von Thomas   
Montag, 26. September 2005

...Nicht zu schwer und nicht zu leicht...

Wer Loriot kennt, dem stellt sich zunächst die Frage, ob und wie es möglich ist, dass ein gewöhnliches Theaterensemble die humoristische Einzigartigkeit des Loriots - alias Victor von Bülow - wiedergeben kann; zumal der Ort der Aufführung doch eher an eine von Waldorfschülern entworfene und aufgebaute Schulbühne erinnert... trotz allem gelang es dem Ensemble unter der Leitung von Christoph Gottschalch, der die Loriot-Stücke seit 2000 einmal pro Jahr für die Compagnie de Comédie inszeniert, in lobenswerter Weise den eminent-witzigen Loriot-Charakter angemessen auf die Bühne zu bringen.


In einem Potpourri vor allem altbekannter Szenen werden alltägliche Situationen des Lebens satirisch dokumentiert, analysiert und durch den Kakao gezogen.
Dabei lässt der Inhalt der Sketche einen aktuellen Bezug auf heutige substanzielle Ereignisse nicht vermissen, wie das alltägliche Aneinander-vorbei-reden von Mann und Frau in „Feierabend“ oder die Abhängigkeit der Gesellschaft vom Fernsehen in „Medium der Verinnerlichung“.

Wer Loriot allerdings nicht kennt, dem stellt sich vielleicht die Frage, was an den Sketchen überhaupt lustig sein soll. Eventuell zu Recht! Denn man muss schon sagen, auch bei aller Mühe der Darsteller, dass das Stück hauptsächlich von der Erinnerung an das Original lebt. Dennoch lockt die Aufführung auch dem Nicht-Loriot-Kenner ein paar Lächler heraus.

Alles in Allem soll diese Theaterkritik den Schauspielern ihr Talent nicht absprechen, sondern lediglich ausdrücken, dass die kauzige und senile Art des Herrn von B. unerreichbar ist.
Ein Besuch ist also für Jedermann lohnenswert, nur für die Kenner von Loriot eben ein bisschen mehr!

Danke an Maria & Martin