A time to make something change
Geschrieben von Imperator   
Sonntag, 9. Juli 2006

Die Welt zu Gast bei Freunden!

Nun, die Weltmeisterschaft ist zu Ende. Und es hat sich etwas bewegt im Lande. Wo immer man hinschaut, wo immer man tritt, Deutschlandfahnen, Gesang und Weltoffenheit. Ein Fahnenmeer in allen Straßen, an allen Autos und Menschen; es erinnert tatsächlich an `33, doch ist die Motivation und der Umgang mit der Nationalen Symbolik von Grund auf anders. Irgendwie entspannter, selbstsicherer und bewusster – und das ist auch gut so.
Der Kulturbandebeauftragte für den Asien-Pazifik-Raum AdjuBa, konnte seinen Ohren nicht trauen. Als er vor wenigen Monaten Deutschland verlassen hatte, war die Diskussion über No-Go-Areas, Haushaltsdefizite und BND-Affäre am Kochen – etwas ungläubig stolpert er nun über das neue Deutschland, die neue Stimmung, die neue Zuversicht.
Ja, die Welt zu Gast bei Freunden, dieser Tage zum geflügelten Wort avanciert, nahezu als General-Ausrede für jegliche Taten. Auf Fragen wie „Hey, warum pissen Sie an meinen Gartenzaun?“ konnte man zur WM-Zeit leichtfüßig mit „Ruhig bleiben, die Welt zu Gast…, Sie wissen schon, und ich bin die Welt!“ begegnen und anschließend ein Bier zusammen trinken und über die Stimmung im Land und deren Außenwirkung debattieren. Ja, die Stimmung hat sich geändert, ja die WM hat das Land zusammenrücken lassen und ja, so etwas ist mit keiner Kampagne a la „Du bist Deutschland“ zu erreichen sondern lediglich mit der wichtigsten Nebensache der Welt: dem Fußball!
Die Welt zu Gast bei Freunden, hm, wie weit wird diese Euphorie halten? Wird Sie über die vielen, noch immer ungelösten politischen Probleme hinweghelfen? Wird Sie uns neue Hoffung im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit geben, reicht die Kraft für einen nachhaltigen Aufschwung im Land?
Nun, die Zeichen stehen gut, am 1. Januar 2007 wird Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft für 6 Monate übernehmen. Vielleicht eine historische Chance, den zerstrittenen europäischen Haufen auf eine gemeinsame Linie einzuschwören. Jenes ehrgeizige Ziel, an dem schon Persönlichkeiten wie Brandt, Kohl, Schröder und Chirac scheiterten.
Die Welt zu Gast bei Freunden. Demnächst sogar in M-Vs Provinz Stralsund. Der Double-V kommt. Aber dazu mehr, wenn es soweit ist. Es sei nur gesagt, dass bereits Prüfungen verlegt, US-Flaggen verteilt, Geschäfte geschlossen und ein Wildschwein geschossen wurde.

Nun denn, kommen Sie gut in die Zeit nach der WM. Sie wird hart genug.



Letzte Aktualisierung ( Montag, 31. Juli 2006 )