Der brisante Fall "Ippisch" - Deckt Kulturbande einen Komplott auf?
Geschrieben von Imperator   
Mittwoch, 9. November 2005
Das Internet ist unberechenbar, dass wissen nicht nur besorgte Mütter und Menschenrechtler, nein, vor etwa 1½  Jahren wusste es auch die Kulturbande. Vor langer Zeit, genauer gesagt etwa 3 ½  Jahren zu einer Zeit, zu der es die Kulturbande noch nicht gab, und der Imperator und das Schattenkabinett noch unter dem Decknamen „Partymob“ operierten, erschien ein Artikel in unserer Lesenswertes-Abteilung. Ein stets aufmerksamer Leser sendete uns einen Bericht über eine Frau namens Simone Ippisch. Diesen werden wir jetzt aus besorglichem Anlass wieder veröffentlichen:
 
Es waren einmal drei junge Menschen in einem Büro irgendwo im Herzen von Wien an irgendeinem heißen Tag Ende Juli des Jahres 2002 nach Christi Geburt. Einer der Drei, nenne wir Ihn G. kam triumphierend mit einem Blatt Papier auf die anderen zu, das auf der ersten Blick wie ein ganz normaler Flyer aussah. Stolz berichtete G. den anderen beiden, nennen wir sie F. und M. von seinem Fund: „Schaut mal was ich gestern geiles auf dem Rathausplatz gefunden habe.“ Gelangweilt schauten Ihn F. und M. an „Bitte nicht schon wieder. Dauernd nimmt er irgendwo diese blöden Zettel mit Gedichten über Frieden und Liebe mit und nervt uns dann den ganzen Tag“, dachte M. Um die gemeinsame Freundschaft nicht zu gefährden, heuchelten F. und M. Interesse. Doch schon nach wenigen Augenblicken war Ihr Jagdinstinkt geweckt. Begeistert witterten Sie die Chance, an etwas denkwürdigem teilnehmen zu können. Anscheinend handelte es sich um den Hilferuf einer verzweifelten Frau, die in einem Netz aus Terror und Angst gefangen war. Hier die von unseren drei Helden so begeistert gefeierte Geschichte.

 
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  Sofort kam es zu einem regen Meinungsaustausch, in den selbstverständlich alle anderen im Büro anwesenden einbezogen wurden. Wer war diese Frau? War es einer dieser gefürchteten Kettenbriefe? Nein, Ihr Gefühl sagte den dreien dass es sich hier um keinen Fake-Brief handelte. Sofort wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt. Schon nach wenigen Minuten war klar, dass es sich um eine menschliche Tragödie handelte. Ein Informant beim Sozialgericht Wien bestätigte einen Kontakt zur Zielperson. Anscheinend hatte sich die arme Frau vor kurzem dort beworben und dort Ihre Leidensgeschichte erzählt. Doch anstatt zu helfen und die Polizei oder die Foundation für Recht und Verfassung zu informieren, demütigte man die Zielperson und schickte Sie wieder nach Hause.

Da auch die Flüsse in Österreich zu diesem Zeitpunkt noch ruhig und zufrieden vor sich hinflossen, entschied man sich zu helfen. F. übernahm dabei die Überprüfung der Unversehrtheit der Zielperson. Mit Hilfe eines handelsüblichen Telefonbuches ermittelte er den Anschluss von Frau Ippisch und tätigte einen Kontrollanruf. Aufgrund der bekannten Abhörproblematik wurde jedoch auf einen Erstkontakt verzichtet und die „Wer ist denn da?“-Frage unbeantwortet gelassen. Nach kurzer Diskussion wurde aus Zeitgründen auf das Einschalten des A-Teams verzichtet. Stattdessen entschied man sich, schriftlich mit der Zielperson Kontakt aufzunehmen. M. entwarf sodann einen unverfänglichen Brief, der durch seine ehrliche und einfühlsame Art das Vertrauen der Zielperson wecken sollte.

Doch dann kamen unseren Drei Helden Zweifel. Konnte man einen Kontakt überhaupt riskieren? Waren die Feinde nicht zu mächtig? F. und G. entschieden sich, dieses gefährliche Abenteuer nicht zu wagen. Zu groß war die Gefahr, den Erfolg anderer Missionen ebenfalls zu riskieren. Doch M. wollte sich damit nicht abfinden. Nächtelang wälzte er sich im Bett und konnte Frau Ippisch nicht vergessen. Eine Woche später hatte er sich entschieden: „JA, ich werde es tun. Ich rette Frau Ippisch auf eigene Faust. Und wenn es das letzte ist was ich tue!“ Am nächsten Tag schickte er den Brief dann ab:
 
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(zum Vergrößern draufklicken)
 
Das ist jetzt alles fast vier Wochen her. Aber noch immer keine Antwort! Ist Frau Ippisch etwas zugestoßen? Wurde der Brief von den mächtigen Feinden abgefangen? Gerät M. jetzt selbst in das tödliche Spiel?


Wir halten Sie jedenfalls auf dem laufenden!
 

 
Als ich den Artikel las, habe ich mich natürlich amüsiert, wie jetzt sicher einige von ihnen auch, doch ahnte ich nicht, welche Folgen diese Veröffentlichung nach sich zog.


simone.jpgFrau Simone Ippisch ist nämlich wenige Wochen nach dem Vorfall in Wien verschwunden! Genauer gesagt am 27.10.2002, also fast auf den Tag genau vor 3 Jahren. Diverse Vermisstenanzeigen bestätigen dies: (Google-Suche bitte hier klicken)

Natürlich tauchte auch partymob.de bzw. weltherrschaft-sofort.de (gehörte uns auch einmal) unter den Suchanfragen auf. Wenn also jemand nach der Vermissten suchte und den Weg über das Internet nicht scheute, stieß dieser unweigerlich an unsere Seite.

Dass Simone Ippisch verschwunden war, wusste niemand von uns, jedenfalls bis zu dem Tage, als sich die Gendarmerie bei dem Webmaster Sascha telefonisch meldete. Diese Frau war also bereits seit Oktober 2002 verschwunden, die Polizei ermittelte aber erst im Februar 2004 im Internet und stieß so auf die Kontaktdaten unseres Webmasters.


War die Kulturbande tatsächlich einem Komplott auf der Spur, ohne es zu wissen? Warum ermittelt die örtliche Polizei erst 16 Monate später im Internet? Oder kam dieser Anruf beim Webmaster überhaupt nicht von der Gendarmerie, sondern vom verrückten Professor? Ist etwas Wahres an den Aussagen dieser Frau? Ist gar unser Webmaster in das Fadenkreuz dieses Wahnsinnigen geraten?


Interessante Fragen, das müssen Sie zugeben. Und was macht man interessanten Fragen? Man googelt. Und man findet sehr aufschlussreiche Hinweise. Zum Beispiel über diesen ominösen Doktor. (hier die Ergebnisse)

Es handelt sich um einen anerkannten Psychologen der Bundesakademie für Sozialarbeit in Wien (wie Frau Ippisch im Flugblatt beschrieb), der sich unter anderem auch mit dem Thema „Sozialarbeit mit ausgegrenzten Personen“ befasst.

In einem Mailwechsel zwischen mehreren Wissenschaftlern findet man von diesem Doktor auch folgende Aussage*: „(…)Wenn man da keinen Ausweg findet, dann macht man sozusagen unfreiwillig irgendetwas, was ich allerdings nicht als Sozialarbeit bezeichnen würde. Ich glaube, niemand braucht sich zu schämen, wenn er, um seinen Job nicht zu verlieren, auch mal Unsinn macht.“ – zugegeben sicher aus dem Zusammenhang gegriffen und wenig investigativ aber interessant. Also ob sich um einen Komplott, eine Straftat oder einen großen Irrtum handelt, kann und will ich an dieser Stelle nicht kommentieren. Ebenso wenig ist bekannt, ob Frau Simone Ippisch aufgetaucht ist. (allerdings war sie es bis zum 11.11.2004 noch nicht)


Vielleicht hat jemand das Bedürfnis, den Sachverhalt zu klären…


Ihr Imperator

 











Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 20. Dezember 2005 )