Eine Mono-Rail für Rostock bitte
Geschrieben von Imperator   
Mittwoch, 8. Februar 2006

Erinnern Sie sich noch an das „Captain Brass“-Projekt, ein Freizeitpark für Groß und Klein? Oder an das Projekt Müllverbrennungsanlage? Nein, wieso auch, denn diese Projekte wurde in Rostock groß diskutiert und dann aus irgendwelchen Gründe nicht realisiert. Nun hat Rostock ein neues Masterprojekt geplant. Es erinnert an die „Mono-Rail“ in Springfield, nur weniger glamourös aber technisch versierter. Es soll allen ein Zuwachs an Einnahmen garantieren und dabei fast nichts kosten!

Rostock soll geiler werden durch eine brandneue Stadtbahn.

Die Idee entwickelte sich aus zwei Grundproblemen der Rostockregion. 1. Wie bekommt man mehr Menschen von den Dörfern (Güstrow / Doberran / Graal-Müritz) in die Innenstadt und 2. Wie kann das Verkehrsnetz in Rostock verbessert werden?

Und man fand die Lösung in der Stadtbahn. Eine Art Straßen-Eisenbahn, die sowohl das Netz der Bundesbahn, wie auch die Schiene der RSAG befahren kann. Dies ist jetzt durch eine neue Generation von Zügen möglich. Man braucht lediglich Verbindungsstellen zwischen S-Bahn und Straßenbahnen schaffen, die nach einem Gutachten 60Mio Euro kosten sollen, den bisherigen Verkehr nicht behindert und innerhalb von 4 Jahren fertig gestellt sind.

Teil II

Die RSAG als Kopf dieser Idee fragt den Kunden interessiert, was er von „direkt von Rostock zum Spazierengehen auf die Seebrücke nach Graal-Müritz, oder von Bad Doberan in die Rostocker Innenstadt - ohne umzusteigen“ halte. Und das ohne finanzielles Risiko für die Stadt Rostock?

stadtbahn_2.jpg
Quelle:www.RSAG-online.de

 

Doch die Pläne klingen nicht in allen Ohren verlockend. So bezweifelt OB Methling, dass die Stadt keinerlei Kosten zu tragen hat. Der Finanzierungsplan sieht vor, dass  75% der notwenigen Aufwendungen aus den Kassen von Bund und Land und 25% aus einer Vorfinanzierung der RSAG und dem laufenden Betrieb kommen sollen. Nur wenige wissen, dass die RSAG fast zu 80% von der Stadt Rostock subventioniert wird. Da ist die Frage schon berechtigt, wer denn nun die 25% wirklich zu tragen hat. Unterdessen bemüht sich OB Methling um diplomatisches Vorgehen und gab ein weiteres Gutachten in Auftrag, dass die Wirtschaftlichkeit und die Finanzierung ein Weiteres mal untersuchen soll. Und damit tut er gut, denn es ist den unzähligen Vereinen, Kultureinrichtungen und Angestellten der Stadt Rostock nur schwer zu erklären, warum sie alle aufgrund des neuen Haushaltes Millionen einsparen müssen, aber gleichzeitig ein Großprojekt in Auftrag gegeben werden soll.  
Bleibt zu hoffen, dass sich dieses Projekt auch bei pessimistischer Betrachtung rechnet und Rostock dadurch wirklich geiler wird. Aber das hat nun das Rathaus zu entscheiden…

Infos zum Thema:

http://www.rsag-online.de/exit.html?url=www.rsag-online.de%2Fdownload%2Fstadtbahninfo.pdf (PDF)

Imperator


Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 21. Februar 2006 )