| Flutkatastrophe - auch eine Deutsche Tragödie |
| Geschrieben von Imperator | |
| Montag, 3. Januar 2005 | |
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All denen, die jetzt denken, muss sich denn ausgerechnet die Kulturbande auch in die Heerscharen der Informationsdienste einreihen und ebenfalls über die Flutkatastrophe in Indonesien berichten, entgegne ich mit erhobenem Zeigefinger. Nicht jedem auf dieser Welt ist das Privileg zuteil im katastrophenmüden Europa zu wohnen und von Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Horrorstürmen weitgehend verschont zu bleiben. Daher ist es nun einmal angebracht, dieses Schicksal im Globalen zu betrachten, zu denen sich wohl oder übel auch der Kulturbande-Leser zählen lassen muss. Denn wie wahnwitzig diese seit Jahrzehnten schwerste Katastrophe wirklich ist, wird erst bei genauerer Betrachtung erkennbar. Hat sie doch all die guten und schlechten Seiten und vor allem die Grenzen der Menschheit allzu deutlich gezeigt. Doch wie über das Ereignis berichtet wurde, ist bedenklich. Die Nachrichtensender zum Beispiel, die in Laufschrift und Großbuchstaben auf dem Bildschirm penibel genau über die Opferzahlen der betroffenen Länder informiert. Sensationslüstern wird mit Totenzahlen jongliert, unvorstellbare Summen werden für verwackelte Urlaubsvideos gezahlt, die unter Todesängsten aufgezeichnet wurden und das nicht selten mit ihrem Leben bezahlt haben. Und die letzten Sekunden eines Menschen im Minutentakt über die Bildschirme laufen zu lassen, kann sicher nicht als moralisch einwandfrei bezeichnet werden! Aber trotz dieser Kritik muss man zugestehen, dass ohne diese umfangreiche Berichterstattung die Spendenbereitschaft weniger überwältigend ausfallen würde. Es wäre vielleicht fair, die mittels Rekordeinschaltquoten verdienten Werbeeinnahmen einem Hilfswerk zu spenden, aber da liegt die Entscheidung in Managerhänden.
Dramatisch und erschreckend an dieser Katastrophe war ebenfalls die Hilflosigkeit der Menschheit. Nicht einmal die Umweltschützer können irgendjemand die Schuld zuschieben. Niemand hat das zu verantworten. Denn Erdbeben sind in der Regel nicht vorhersagbar und auch nicht durch Verschmutzung und Raubbau verursacht. Deshalb ist die Welt geschockt. Deshalb und wegen der Tatsache, dass die Vereinigten Staaten von Amerika den Tsunamie mittels ihrem Frühwarnsystem erkannt haben und ausschließlich die US-Botschaften in den betroffenen Ländern warnen ließen. Eigentlich hatten die Amerikaner hunderte Abhörbojen in den Weltmeeren installiert um im Kalten Krieg nach Russischen U-Booten zu suchen. Das ausgerechnet damit nicht alle aber viele Gebiete entlang der Asiatischen Küste hätten gewarnt werden können, ist traurige Ironie des Schicksals. Dass die Deutsche Presse über die Jahrhundertflut so ausführlich berichtet, hat auch einen anderen Grund. Es handelt sich bei dieser Naturkatastrophe wahrscheinlich auch um den größten Deutschen Schicksalsschlag der Nachkriegsgeschichte. Die Zeitung „Die Welt“ berichtete über 3200 vermisste Deutsche. Das Auswärtige Amt von deutlich über 1000. Und spätestens jetzt sollte auch dem letzten klar geworden sein, dass diese Katastrophe auch eine Deutsche Tragödie ist, denn sein wir einmal ehrlich. Welcher Reisende meldet sich nach einer Woche noch immer nicht bei Angehörigen. Welcher Urlauber oder Geschäftsreisende hat nicht von diesem Tsunamie gehört? Hoffentlich werden sich diese Zahlen nicht bewahrheiten! Wir gedenken allen Opfern und dessen Angehörigen und hoffen auf baldige Normalisierung der Situation im Katastrophengebiet. Imp. im Namen der Kulturbande Vorheriger BeitragDas Kulturbande-Schweden-Spezial Nächster Beitrag: Deutschland Katastrophenstaat – der längst überfällige Jahresrückblick 2005 |
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