Kulturbande.de empfiehlt John F. Kerry
Geschrieben von Imperator   
Freitag, 29. Oktober 2004
 

Da es mittlerweile Tradition in Nordamerika ist, eindeutig und unmissverständlich vor einer Präsidentschaftswahl Farbe zu bekennen und alle großen amerikanischen Zeitungen vorgelegt haben, verkündet nun auch die Kulturbande als erste große, unabhängige Internetboulevardseite ihre Empfehlung.
Nach gründlicher Auseinsetzung mit den schlichten Fakten und einer bis Bagdad reichende Pro und Kontra - Liste hat sich das Schattenkabinett entschieden:
The Winner is John F. Kerry – ausschlaggebend war nicht das Kürzel JFK, spielt aber eine bedeutungsvolle Rolle in der Entscheidungsfindung.
Auch inhaltlich konnte sich Kerry gegenüber dem Noch-Präsidenten Bush durchsetzen. Die Expertenriege der Kulturbande befand das Wahlprogramm Bushs („Safty First“) als unzureichend. Angesichts des kreditfinanzierten Wirtschaftswachstums in den USA und sinkender Lebensqualität der US-Bürger sind die Lösungen Kerrys zwar auch noch lange nicht ausreichend, werden aber zumindest im Wahlprogramm erwähnt.
Allerdings sind wir von der Kulturbande keine hoffnungslosen Optimisten und über die Geisteszustände der Amerikaner in Bilde und wissen deshalb, dass in einem solch hart geführten Wahlkampf, (dominiert von Außenpolitik und Staatsicherheit) Innenpolitik keinen Wackelwähler umstimmen wird. Im Zweifelsfall wählt der US-Bürger, wenn er den überhaupt wählen geht, immer die Staatssicherheit. Das ist so und das wird auch immer so bleiben!
Daher empfehlen wir zwar John F. Kerry als Präsidenten der Welt zu wählen, wissen aber bei realistischer Betrachtungsweise, dass George 2xWar Bush gewinnen wird. Schade, dass die Europäer nicht mitwählen dürfen. Dann wäre die „Election“ um einiges unspannender.
Das haben also die Kulturbande-Wissenschaftler ermittelt, doch was sagt eigentlich die Welt? Hier ein Überblick:

Iran  - wünscht sich Bush, mit der Begründung, dass noch nie ein Republikaner den Iran angegriffen hat;
Die Europäer - halten sich mit Mutmaßungen zurück, wünschen aber ein entspannteres Verhältnis zu den Amerikanern und hoffen auf einen baldigen Exportboom;
Afrika wünscht sich Ruhe im eigenen Land und Unterstützung im Kampf gegen Hunger, unabhängig davon, wer in Washington regiert;
Nordkorea zeigt sich gelassen, da es der Regierung in Pjöngjang egal ist, gegen wen sie in Zukunft Krieg führen werden;
der Süden Amerikas wünscht sich John F. Kerry, in der Hoffnung, dass die US-Regierung ihre zur letzten Wahl versprochene Unterstützung einhält. Bush legte das aufgrund des 9/11-Problems auf den „Noch-zu-erledigen“-Stapel, wo es bis heute noch liegt.
Es wird also in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (2.-3.11.2004) äußerst spannend.

Die Präsidentschaftswahl in den USA ist allerdings nicht der einzige Höhepunkt der kommenden Woche. So besucht die altehrwürdige Queen Elisabeth die Zwote unser schönes Land. An sich kein großes Spektakel hierzulande, aber die britische Presse entfacht momentan in  England große Strohfeuer. Grund dafür ist ein Leitartikel des bildähnlichen Boulevardblattes „Daily Express“. Als vor einigen Tagen der Bundesaußenminister Joschka Fischer auf den Missstand hingewiesen hat, dass die Briten ein veraltetes Bild der Deutschen haben, entbrannte die heiß geführte Debatte. In einigen Teilen der Presse wurden die Äußerungen Fischers äußerst „individuell“ ausgelegt und erwecken den Anschein, als ob Fischer eine Entschuldigung für die tausenden Opfer britischer Flächenbombardements von Dresden und Hamburg während des Zweiten Weltkriegs fordere. Und nun wird darüber diskutiert, ob die Queen anlässlich ihres Deutschlandbesuches eine solche Entschuldigung leisten darf.
So sind scheinbar die Briten. Nationalstolz über alles, aber wenn Deutschlands zweitwichtigster Mann lediglich zum Nachdenken über Klischees und Vorurteile gegenüber Deutschen anregen will, wird dies als neues gefährliches Nationalbewusstsein aufgefasst und prompt an die böse Vergangenheit appelliert, obwohl nur noch wenige Menschen den Nationalsozialismus miterlebten.

In der Hoffnung, stets richtig verstanden zu werden, wünscht…

Der Imperator und das „Kabinett für außenpolitische Angelegenheiten“