| Mit SMS in den Wahlkampf |
| Geschrieben von Imperator | |
| Montag, 19. September 2005 | |
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Sende GS + Text für Gerhard Schröder und AM für Angela Merkel Wahlkampf ist man in Deutschland gewöhnt. Wenn nicht gerade in irgendeinem Bundesland gewählt oder ein Rostocker Bürgermeister gesucht wird, dann stellt der Bundeskanzler Schröder zum wiederholtem Male die Vertrauensfrage und ein gelangweiltes Raunen geht durch den Bundestag. „Nicht schon wieder“ Die Wahl steht vor der Tür. Das merkt man daran, dass die Straßen mit Plakaten zugepflastert sind und jeder Fernsehsender selbsternannte Wahlkampfexperten zu Essgewohnheiten der Kandidaten Stellung nehmen lässt. Doch dieses Mal ist es anders. Knappe 3 Monate hatten die etablierten Parteien Zeit, das Vertrauen von den Bürgern zu erkämpfen. Und da das Budget der Parteien prall gefüllt ist, werden die ganzen 24 Stunden eines Tages für diese Mission gebraucht. Vergangenen Freitag durften sogar erstmal unter 18-Jährige wählen gehen. Selbstverständlich ohne Einfluss auf die Bundestagswahlen. Wo kämen wir denn da hin? Schließlich leben wir in einer Demokratie! Im Rostocker Rathaus wurden die Stimmen ausgezählt, die die Teenager in Schulen und Jugendclubs abgaben. Schon die erste Hochrechnung machte deutlich, dass SPD klar vor CDU, die Links Partei, Grüne und FDP lag. Aber warum von den 1000 unter 18-Jährigen 1,6% ausgerechnet „Die Grauen“ wählte, bleibt wohl vorerst unbeantwortet. Die Jugend möchte also auch am Wahlausgang beteiligt sein. Da verwundert es nur wenig, dass auch die Medien diese Chance aufgreifen und auf den Zug aufspringen. SuperRTL gibt allen Handybesitzern die Möglichkeit, ihre Wahlkampfempfehlung los zu werden. „Kanzlerduell“ heißt eine Sendung, in der sich schlecht produzierte Karikaturen von Merkel und Schröder gegenüber stehen und die Zuschauer per SMS den Spitzenkandidaten ihre Gedanken in den Mund legen können..
Wahlkampf einmal ganz anders. Der 15 Jährige Alex aus Wolfsburg kann ab sofort und zur besten Sendezeit (ab 2Uhr nachts) Wahlkampf für seine Partei betreiben und zahlt dafür nur magere 99 Cent pro Nachricht. Eine Computerstimme liest die Nachrichten ohne jegliche Betonung vor und stolpert des Öfteren über Abkürzungen und Slangsprache. Schon nach wenigen Minuten beginnt die große Rede von Gerhard Schröder: „Linux rulez, Windows stinkt. P. Aus Bottrop“ – „Merkel du bist hässlich, geh nach Hause“ „Nicole, ich liebe dich. HDGDL – Double B.“ Merkels Konter lässt nicht lange auf sich warten: „Gerhard, du bist ein Spinner und hast den Karren in den Dreck gezogen! Rob aus Binz“ – „Ich wollt ich wär’ ein Huhn, bok bok, dann hätt’ ich nichts zu tun.“ – „Buuuuuuuuuuuh, baaaaaaaaah, biiiiiiiiih, ich hab ne scheiß Comupterstimme. Wählt SPD“ Nicht das DeepBlue, der Supercomputer, Dreh und Angelpunkt dieser Pulitzer-Preis-Nominierten Interaktivsendung Probleme mit normalen Wörtern gehabt hätte, aber „Bok bok“ klang im besten Falle wie Claudia Roth nach einer Salmonellenvergiftung und das Kürzel SPD deutete DeepBlue als eigenständiges Substantiv und verstümmelte es zu „Schpede“. Im Laufe des Duells kam es des Weiteren zu vielen Beleidigungen. Und alle in die Richtung Angelas. Unschön und unter der Gürtellinie. Darf das sein? Wo waren Sie, Alice Schwarzer? Merkel hätte ihre Hilfe gebrauchen können, als Steffen aus Köln die Kanzlerkandidaten als „Besen“ bezeichnete? Nichts desto trotz sorgt diese Sendung für höchstes Amüsement zu nachtschlafender Zeit und zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, Bildung in unserem Land voranzubringen. Mehr Infos zu dieser Sendung unter www.fun-night.de Ihr Wahlkampfberater Imperator und das Kompetenzteam der Freien Kulturbande Partei Vorheriger BeitragWir haben uns ein Denkmal gebaut! Nächster Beitrag: Punk hat viele Gesichter - die Kulturbande ist eins davon... |
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| Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 18. Oktober 2005 ) |

Die Jugend möchte also auch am Wahlausgang beteiligt sein. Da verwundert es nur wenig, dass auch die Medien diese Chance aufgreifen und auf den Zug aufspringen. SuperRTL gibt allen Handybesitzern die Möglichkeit, ihre Wahlkampfempfehlung los zu werden. „Kanzlerduell“ heißt eine Sendung, in der sich schlecht produzierte Karikaturen von Merkel und Schröder gegenüber stehen und die Zuschauer per SMS den Spitzenkandidaten ihre Gedanken in den Mund legen können..
Wahlkampf einmal ganz anders.