Time to go, Herr Pöker
Geschrieben von Imperator   
Freitag, 24. September 2004

kohl_hasta.jpgAls ich neulich durch die Straßen dieser Stadt flanierte, wurde mir eine ganz besondere Ehre zuteil. Mich (einem armen Praktikanten und mittellosen Studenten Anm .d. Red) lauerte eine Gruppe verwahrloster Punks an einem mäßig beleuchteten Platz auf und schnorrten mich nach einer Zigarette an. „Ey, haben SIE mal ne Fluppe!?“ ertönte aus einem der unrasierten Gesichter.
In diesem Moment wusste ich, dass ich am Ziel meines Lebens abgekommen bin. Mich siezten Punks!
Ein anderer Wahl-Rostocker hat leider nicht so viele coole Kumpels wie ich.

Als er diese Stadt 1990 als ÖTV-Offizieller betrat und nur fünf Jahre später zum Oberbürgermeister gewählt wurde, hätte er sich niemals nicht träumen lassen, dass ihn eines Tage eine Lotto-Toto Angestellte des Ladens verweisen würde. Die Rede ist von unserem geschätzten Arno Pöker, der seit dem ich logisch-komplex denken kann, OB der Stadt Rostock ist. Vielmehr war er es!
OB Pöker ist zurückgetreten, werte Auswärtige. Die Lichtfigur des Nordostens hält dem ständigen Misstrauen der Bürgerschaft nicht stand und legt seine Amtsgeschäfte zum 30.10 nieder. Neun Jahre zwischen Erfolg und Rückschlägen, zwischen Jubel und Misstrauen. Sowohl bei den Bürgern als auch beim OB selbst. Und wie jüngst in einem Rostocker Zeitungsblatt zu lesen war, waren wieder einmal Gerüchte der Auslöser seines Rücktrittes. In einer intimen Runde von Stadtverantwortlichen soll Herr Pöker in einem undurchdachtem Moment gesagt haben: “Ich kann mir auch eine bessere Arbeit vorstellen…“
Und wie das in dem Geschäft der Politik üblich ist, wird alles an die Öffentlichkeit getragen. Nach wenigen Tagen stand in den Zeitungen, Pöker habe mehrere Angebot aus der Wirtschaft darunter auch eines aus Frankreich, sein behandelnder Arzt meldete sich und lüftete das Geheimnis um Pökers Magengeschwür, Politiker aller Parteien, auch die der SPD, begrüßten den Rücktritt und Unternehmer fordern eine zügige Besetzung des Amtes. Selten soviel Aktion in der Stadt.

Auch die Polit-Experten der Kulturbande haben sich Gedanken zum Thema gemacht. Wer ist kompetent genug, dass 100 Millionen-Haushaltsdefizit zu verwalten, wer bringt genügen Kontakte mit, wer kann mit der zersplitterten Bürgerschaft umgehen und ist zudem Publikumsliebling?

Die Entscheidungsfindung erschwerte sich dramatisch als Mike Werner (parteilos) sich einer Kandidatur mit fadenscheinigen Ausreden entsagte. Und so greift die Kulturbande auf einen alten Bekannten in neuem Gewand zurück.

Da das mit CDU-Größen hier im Nordosten schwierig ist und eine ganze Menge Menschen radikal wählen und sowieso mehr auf Partys rumhängen als Parteiprospekte zu lesen, haben wir uns entschlossen, Helmut Kohl zum Wahlantritt zu bewegen.

Allerdings nicht in seiner ursprünglichen Art. Wie unten im Bild verdeutlicht, werden wir ein umfassendes Imageprogramm anwenden und den Altkanzler in einen großen Kämpfer mit Sozialbewusstsein umändern! Das sichert uns die Stimmen sowohl bei konservativen wie auch sozialdemokratischen, bei allen linken und rechten, bei gelb und grünen Wählern. Toll.

Auf eine bessere Zukunft der Stadt trinkt:

Der Wahlkampfberater von Arni Schwarzenegger Herr Imperator und das Polit-Schattenkabinett