1000 Geschichten vom Bizarre
Geschrieben von diverse   
Samstag, 15. Februar 2003

Schreck mit Heu

Es ist Samstag, der 16.08.02.
Ich liege geschafft und müde in meinem Zelt. Hinter mir lag ein genialer Tag, wie man ihn vom Bizarre-Festival kennt.
Doch etwas war anders in dieser Nacht, in diesem Zelt. Ich fühlte mich beobachtet, stark beobachtet.
Ja, und schon nach wenigen Minuten bestätigte sich dieser Verdacht. Ca. 21° nord-östlich meines Gesichtes, hockte die fetteste, gewaltigste und aggressivste Heuschrecke, die ich jemals gesehen hatte. Wir wussten beide, einer von uns muss gehen und so saßen wir beide kampfbereit gegenüber und warteten auf einen Fehler des Feindes. Es war still um uns herum. Nur der nervöse Atem des Gegners war zu hören. Da!!! Die Heuschrecke ging in die Kniebeuge, holte tief Luft und… Was ist das??? Anstatt mich anzugreifen, zog sie den Fluchtweg durch den Zeltschlitz vor.
Ich nehme an, die Gründe ihrer plötzlichen, feigen Flucht lagen vermutlich in meiner physischen Überlegenheit und nicht zuletzt der Dominanz meiner bis aufs letzte ausgefeilten Kampftechnik. Sie spürte vermutlich, dass ein Krieg mit mir Ihr Ende bedeuten würde.


Die rote Hexe

Trauma?

Es ist Sonntag, der 17.08.02.
Das Bizarre-Festival neigt sich dem Ende zu und leider auch die Wirkung diverser "Ich muss nicht aufs Klo" - Pillen. So saß ich nun also, in der knallenden Nachmittagssonne und beging einen großen Fehler: Ich ignorierte die ersten Anzeichen. Nachdem ich alles aufgefuttert hatte, was mir in die Finger kam, wurde es brennzlich - zu brennzlich für meinen Geschmack. Ich errechnete mir in Sekundenschnelle den kürzesten Weg zu den Dixies, mobilisierte alle meine Kräfte und legte einen grandiosen Tiefstart hin. (Ich muss erwähnen, zu diesem Zeitpunkt gesundheitlich eingeschränkt gewesen zu sein.)
Ich merkte, wie mir die Zeit davon rannte und meine Beklemmnis stand mir ins Gesicht geschrieben. Laut meinen Berechnungen und meinem Tempo hätte ich in ca. 43 sec. bis zu den zahlreichen Dixies gebraucht. Mir war klar, dass dies der härteste, erschwerlichste, längste und notwendigste Lauf meines bisherigen Lebens werden würde. Der Schweiß stand mir auf der Stirn, die Angst es nicht zu schaffen stieg an, doch ich humpelte was das Zeug hielt. Während dieser kritischen Sekunden gab es nur noch mich, den kürzesten Weg und die dringend zu erreichenden Dixies.
Endlich erreichte ich das weiße Zelt, hinter dem mein lang ersehntes Ziel lag! Doch…Kreisch!!!! Gott verdammt! Bitte nicht!! Sie waren weg! Nicht mehr da! Vom Erdboden verschluckt!!! Verschwunden!
Wie ich später erfuhr, entfernte man sie aus Sicherheitsgründen vom Platz. Ich erlitt einen tiefen, schweren Schock!
Wie gelähmt, mit offenem Mund, stand ich fassungslos vor dem leeren Platz. Was hatte ich denn verbrochen, um so gestraft zu werden? Jeder, der mal ähnliche Situationen erlebt hat, weiß was in mir vorging. Seit dem habe ich alle Anzeichen, die auf ein tiefsitzendes Dixie-Traumata hinweisen…


Die rote Hexe

Tradition

Wie jeder gute Deutsche pflege auch ich meine Traditionen. Eine davon ist die Weigerung auf Festivals die Duschen zu benutzen. Stattdessen sind Holger und ich Tümpelbader der ersten Stunde. Ob Hurricane (ein kleiner Fluss, direkt an der Strasse und lustige Kanuten, die sich den Weg zwischen uns bahnen), Rock am Ring, Rock im Park (im gegensatz zu einem anderen jungen Mann haben wir im letzten Jahr keinen Kopfsprung in das knietiefe Wasser gewagt, die entscheidung war richtig, wie die zeit gezeigt hat > dummheit und Rollstühle liegen manchmal dicht beieinander) oder das diesjährige Bizarre: in der freien Natur ist es doch am schönsten! Auch wenn der Badesee in Holland für unsere Verhältnisse fast schon dekadent war, war es doch wieder einmal eine gute Möglichkeit, sich den vormittag zu vertreiben. Für nächstes Jahr wünsche ich mir trotzdem wieder einen kleinen, unberührten Bach irgendwo im Wald. Ich fürchte nur, das das sziget festival in budapest der falsche ort sein wird.


Donauwalzer

Die Farbe Rot

Tja, was hat mich am meisten beeindruckt dieses Jahr? Die Bands? Nein! Das Wetter? Nein? Die gemeinsamen Gesangsrunden? Auch falsch! Aber ich erzähls euch: Da war diese Frau, die hat mich fast umgehauen. Ihr feuerrotes Haar hielt mich gefangen wie der Kamin auf SuperRTL. Doch so sehr ich mich auch bemühte, wieder und wieder verbrannte ich mir die Finger an ihr. Bis heute weiss ich nicht, woran es lag. Meine Art kann jedenfalls nicht schuld gewesen sein. Ich erzählte Ihr sogar von meiner Obsession für mittelalterliche Hexenverbrennungen. Und nun muss ich hören, das Sie alles missverstanden hat. Wie konnte das nur passieren? Ich weiss es nicht. Vielleicht hilft ja ein kleines Gedicht:

Das falsche Wort
am falschen Ort
zur falschen Zeit
ES TUT MIR LEID!


Donauwalzer

Auf den Döner!

Es war im Jahre 2000, als sich das noch nicht gegründete Partymobimperium, schon damals auf dem Bizarre aufhielt. Es war an dem letzten Abend, als sich nach einem Trommelkonzert ganz besonderer Natur (auf lauter umgestürzten Metallcontainern) Peach, der Imperator und der Operateur noch Döner kaufen wollten. Unsere drei Helden gingen also zu dem schon leicht angetrunkenen Verkäufer türkischer Spezialitäten und wollten zwei Döner zum Preis von 10 DM (1. Ein Döner auf einem Festival kostet das doppelt des normalen Preises, 2. Damals gab es den Euro noch nicht). Die erste Reaktion lautet "Nein, nein, ein Döööner zehn Mark", darauf der Imperator "Atze, guck mal auf die Uhr es 5.00 Uhr Montagmorgen.". Auf Grund dieser umwerfenden Argumente gab der Dönerverkäufer nach und höchstwahrscheinlich zichtausende nach uns Kommende nahmen dasselbe Angebot war. Nachdem die drei sich satt gegessen hatten trennten sich ihre Wege. Da die Zelte vom Imperator und Peach überflutet waren, schliefen sie im Auto. Der Operator ging zu seinem Zelt stellte ernüchtert fest, dass sein Zelt von einem benachbarten Pavillon platt gemacht wurden. Einzige Reaktion vom Operator "Ich liebe Döner". Mit diesem Spruch und der ruhigen Gewissheit, dass sein Hunger ihm das Leben gerettet hat ging er zum Auto und nervte die anderen Beiden beim Selbstversuch zu dritt in einem Mazda 626 zu pennen.


The Operator

Die dreisteste Spinne der Welt!

Ich liege im Zelt bei 180°C Umluft und gare vor mir hin. Ich fühle mich wie eine Pizza und halte die Augen offen. Im Zelt liegt jede Menge Müll umher und ca. 2000 Spinnen feiern in und um meinem Schlafsack 'ne Party. Stört mich nicht wirklich, wenn ich besoffen bin, aber ein bißchen unangenehm ist es schon. Plötzlich Attake von links. An den Haaren hinauf, das Ohr links liegengelassen und verschanzend in meinen Kotletten. Meine Augen erstarren, ich erstarre. Ich stelle mich tot, in der Hoffnung, die Spinne verliert das Interesse an mir. Und dann geschieht es. Mit einer ungeheuren Geschwindigkeit sprintet sie mir über die Augen. Über die offenen Augen. Ich habe die Spinne von unten betrachten können! Häßlich war sie und ich stieß sie blitzschnell zu meinem Zeltnachbarn. Soll er sie töten...

Lé Imperatorè

"Shit" - Die Macht der Scheiße!

Nicht nur weil man sie überall roch, hatte man eine große Ehrfurcht vor ihr, nein man erahnte sie immer und überall. In Angst und Schrecken versetzte sie meist diejenigen, die in unmittelbarer Nähe der Klo's - speziell der Dixie-Klo's - hausten, denn ohne Vorwarnung bahnte sich "der Scheiß" seinen Weg über die Toilettendeckel, man hätte es dicke als das 8. Weltwunder bezeichnen können.


Schwester Ann

Der Hund ist geil

Hierbei handelt es sich um eine von mir, ohne über möglichen rektalen Gefahren nachzudenken, formulierte Wortreihe während des Bizarre 2002.Der Bierbaron, W. und ich flanieren mal so eben mir nichts dir nichts übers Gelände, und halten, allen mütterlichen Ratschlägen zum Trotz, vor einem uns unbekannten Wagen (auf dem gerade ein Duo Musik zelebriert) inmitten einer unbekannten Menschenansammlung. Somit sitzen wir in der Falle, und die Kämpfer Rektalius können jetzt all ihre Tricks aufwarten, um uns niederzustrecken. Gewählt wurde für heute eine mir bis dato völlig neue aber nicht minder hinter(n)hältige Taktik, indem sie einen sogenannten Rektalius-Senior-Kämpfer samt Stoffhund als Köder in die Crowd infiltrieren. Zu erkennen ist er daran, dass er sitzt.Aufgrund der Anwesenheit des Bierbarons und seines schier unerschöpflichen Biertanks, bin ich vorrübergehend geistig umnachtet, und damit das vermeintlich ideale Opfer für die Attacke. Fasziniert von dem einäugigen Stoffhund des Seniors, kann ich mich nicht mehr halten und sage, im nachhinein definitiv zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort:"Der Hund ist geil!". Darauf haben sie hundertpro gewartet, denn nur wenige tausendstel Sekunden später, kommt sein Anus-Bruder auf mich zu und versucht nun die Attacke erfolgreich durchzuführen. Er reicht mir seine Hand und spricht:"Ich bin Markus und Du?"-"E..."erwidere ich. Promt öffnet er seine Hose, in der sich der bekanntlich für Männer gefährliche Poperzenreißer befindet. Noch bevor die Waffe zur einsatzfähigen Größe gelangen kann, kneiffen wir die Arschbacken zusammen und flüchten...


The Mastesy E.

Die Geschichte mit der Hexe

Es war einmal eine Hexe, einige sahen sie als Drache, die wollte auf Gedeih und Verderb auf das sagenumwobene Bizarre-Festival. Mit Bedenken nahm der Hofstaat Partymob die Hexe mit. Man ahnte schlimmes. Und so sollte es auch kommen.
Sie, die Hexe, mußte im Stau vor dem Gelände dringend ihre Notdurft verrichten. Übermütig und mit einem Drang im Nacken sprang sie in ein vermeintlich flaches Feld. Während ihres Fluges entpuppte sich das Feld als eine gemeine Falle von Mutter Natur. Es war ein tiefer dunkler Graben, umwachsen mit der gemeinen brennenden Nessel. Die Hexe fiel hinein. Übersät mit Wunden und einem Kapselriß mußte sie geborgen werden, vom Prinz Operateur. Von Schmerzen geplagt und den Zorn des Hofmarschalls ertragend mußte sie sich in ärztliche Obhut begeben. So nutzte der Kutscher die Möglichkeit, am schier unendlichen Stau vorbei zu gleiten. Erfolgreich. Die Hexe und ihr Retter bauten sich einen Stoffpalast und wurden zusammen sehr sehr alt.


Lé Imperatorè

Schöne Aussichten

Abgesehen davon, daß man am letzten Tag des Überlebenskampfes in dieser gottverdammten Hitze den Boden bzw. was es eigentlich sein sollte den "Rasen" vor Müll nicht mehr sah, nein hinzu kam, daß man vorher einen Bergsteigerkurs hätte mitmachen müssen, um jene Müllberge zu erklimmen.
Ich sage eigentlich nur "wunderbare Aussichten" - Ich meine da speziell die Aussichten, die man von einigen Dixie-Klos mitnehmen konnte, welche selbstverständlich ganz von alleine, Fenster und nicht vorhandene Türen besaßen. Naja und ganz zu schweigen von der Reinlichkeit, da hätte ich doch lieber im Säurebad gebadet als mich auf ein Viren- und Bakteriengroßlager zu setzen, geschweige denn mich in dessen Nähe zu wagen.


Schwester Ann

Lebenslauf einer Tablette

Darf ich mich mal kurz vorstellen: ca. 1cm groß, weiße Ummantelung und wohnhaft in einem kleinen Glas; bin beruflich als Verstopfer tätig. Als ich im Mai 1998 auf einem Fließband eines bekannten deutschen Pharmazeutikherstellers geboren wurde, hatte ich ja noch gar keine Ahnung. Nach dem ich von der Bundeswehr adoptiert wurde, kam ich zu dem Vergnügen, an einen Simulanten zu geraten, der mein Leben um einiges verlängern sollte. Nach verschiedenen Schenkungen landete ich schließlich bei einem Freak, der zum Bizarre Festival fahren wollte. Sein Plan: Vor Chemie-Toiletten mich, die Verstopfungspille, für viel Geld zu veräußern.
Aber in Deutschland sind die Leute ein wenig mißtrauisch. Bei jedem Kaufinteressenten sollte er einen Selbstversuch starten. Doch er traute es sich nur einmal. Und da erwischte er mich. Das war sein Pech. Im Magen angelangt, machte ich genau das, was er am wenigsten erwartete. Ich machte erst einmal ordentlich Platz. Heißt: Wo ist das nächste Klo. Aber schnell.
Und er sprintete... ich aber gab nicht auf. Ich verschärfte den Druck.
Meine Taktik:
Verwirrung des Opfers durch verschiedene Schmerzquellen.
1. Vortäuschen einer Durchfallerkrankung
2. Vortäuschen von Hunger
3. Vortäuschen eines Magengeschwürs.
Spaß hat's gemacht mein Opfer mit Durchfallwellen aus dem Schlaf zu reißen. Und als er seine Schuhe an hatte, hab ich aufgehört, Druck zu machen.. Man, der hat vielleicht geflucht. Und er wird noch sehr lange fluchen, darau werde ich meinen Arsch verwetten...


Lé Imperatorè

In Feuer und Flamme...

Es war einfach nur eine Mega-Party, entweder man war dauerbreit und hat nichts mehr geschnallt und einfach nur Party gemacht oder man verbrachte 4 Tage auf dem Klo oder im Sani-Zelt. Manche fanden es auch "genial" sich selbst in Feuer und Flamme zu versetzten. Gut, wer es mag, bitte, aber derjenige sollte dann doch vorher einige Wasserflaschen auf Vorrat füllen, um eventuelle Wunden zu kühlen. Aber naja, es war einfach nur "heiß"...


Schwester Ann