| George und Saddam streiten sich |
| Geschrieben von Imperator | |
| Donnerstag, 16. Januar 2003 | |
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An einem beschaulichen Wintermorgen trafen sich 2 Freunde, um ihren kindlichen Spieltrieb zu befriedigen. Der eine, groß gebaut, Mutter Polin und der Vater Engländer, hieß George. Für sein noch recht junges Alter, verhielt er sich ziemlich arrogant, was sicher auf seine Größe und Kraft zurückzuführen ist. George hatte sich an diesem schönen Winternachmittag mit seinem älteren Freund verabredet. Sein Freund Gerhard war ganz anders als er. Er war kleiner und dementsprechend war sein Körper gebaut. Schlicht, fast unscheinbar kam er daher. Seine Eltern waren gebürtige Deutsche. Der Vater Ingenieur und die Mutter eine Kindergärtnerin. Eben eine typisch Deutsche Erziehung. George nannte seinen Kumpel Gerhard Professor, weil er ein gewiefter, cleverer Junge war. Wenn George die Welt in irgendeiner Art nicht verstand, ging er zu Gerhard. Er hatte auf alles eine logische Antwort. Er hatte halt ein paar Jahre mehr auf den Buckel.
So ergänzten sich die beiden perfekt. George gab Gerhard den Schutz, den er brauchte und Gerhard revanchierte sich, indem er ihm die Welt erklärte und seine Hausaufgaben kontrollierte. An diesem Winternachmittag wollten sie eine Rennbahn im Sand bauen. Ihre Plastikautos hatten sie ja eigens dafür mitgebracht. Als sie den Spielplatz erreichten, war irgendetwas anders, als sonst. Ein Junge namens Yassier und sein aufmüpfiger Kumpel Saddam spielten bereits in der besagten Sandgrube. George und Gerhard waren enttäuscht, war dieser Sandplatz doch der einzige in der Umgebung. Gerhard, vernünftig wie er war, schlug vor, ein paar Äste zu sammeln und daraus Pfeil und Bogen zu schnitzen. Aber George ließ sich nicht beirren. Er wollte im Sand spielen und zwar sofort! So sprach er die beiden anderen Kinder arabischer Abstammung an und forderte sie auf, dieses Gelände augenblicklich zu verlassen. Die Reaktion der Araberkinder ließ nicht lange auf sich warten. Mit ihrem vorlauten Mundwerk, wie Araber nun mal falschen können, konterten sie geschickt. Gewiss, sie waren wesentlich kleiner als der große George und wahrscheinlich auch schwächer, aber sie hatten ihren Stolz. George wurde sauer und fluchte, wie es sonst nicht seine Art war und drohte mit Prügel. Auch dafür erntete er nur Hohn und Spot. Gerhard, der Clevere, hielt sich zurück. Eine solche Situation erlebte er schon einmal. George hatte damals auch einen Wutanfall. Er prügelte sich auch mit Arabern. Doch damals vor 12 Jahren zog er den Kürzeren. Und seit dem ärgerten die Kinder aus Arabien ihn. Sie warfen Silvesterknaller nach ihm und zerstörten sogar einmal eine große Sandburg, die George gebaut hatte. Doch daran dachte George nicht mehr. Blind vor Wut drohte George, seinen mächtigen Vater Tony zu holen. Die Stimmung war explosiv. George lief auf die beiden anderen zu, schupste sie weg und zertrampelte ihre Tempel aus Sand. Die Situation geriet aus der Kontrolle. Die Araber spuckten George an, was eigentlich nicht schlimm gewesen wäre, hätten sie nicht 10 Minuten zuvor Tabasco-Sauce getrunken. Und jetzt brannte der rötliche Speichel auf seiner Haut. Gerhard, der diese Szenen aus sicherer Entfernung beobachtete, wurde es langsam mulmig. Irgendetwas musste er unternehmen. So lief er davon und holte einen Chinesen, einen Amerikaner, einen Russen, einen Deutschen, einen Engländer und einen Franzosen. Sie sollten die angespannte Situation entschärfen. Die Fronten waren auch schnell geklärt. Die alleinige Schuld fiel auf Saddam. Sie setzten einen Vertrag auf, indem eindeutig die Unschuld Georges beschrieben und Nutzungsbedingungen des Sandplatzes festgelegt wurden. Wenn also George einmal wieder eine Rennbahn im Sand bauen möchte, dann kann er sich auf den Unschuld-Nutzungsvertrag, kurz UN-Resolution, berufen. Gerhard, der Vernünftige, konnte die Sturköpfigkeit seines jüngeren Kumpels nicht verstehen, gewiss, George hatte nicht die Reife und Erfahrungen wie er, aber warum beging George den gleichen Fehler noch einmal. So entfernte sich Gerhard von George und eine lange Freundschaft ging durch diese unüberlegte Aktion zu Bruch. So widmete sich Gerhard seiner alten Leidenschaft des Automobilbaus und fand neue Freunde, die ihn beschützen; George spielt nun alleine im Sandkasten und entwickelt sich im Geiste zurück und Yassier und Saddam rufen zum "Heiligen Krieg" aus und zerstechen Georges Fahrradreifen nun fast täglich… Imp. Vorheriger BeitragSo wird deine Verweigerung anerkannt! Nächster Beitrag: vorsicht sei geboten |
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