| The Karlsruhe Years - Pack die Koffer, wir verschwinden... |
| Geschrieben von Imperator | |
| Donnerstag, 1. Februar 2007 | |
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The Karlsruhe Years VIII Pack’ die Koffer, wir verschwinden…
10 Monate sind eine lange Zeit, in der man hätte ein Kind, den Wehrdienst abreißen oder ein Haus bauen können. All das habe ich in dieser Zeit nicht vollbracht. Und doch gehe ich nicht mit leeren Händen. Ich bin an Erfahrungen reicher, habe gutes Geld verdient und meist im gleichen Monat wieder auf den Kopf gehauen. All das war gut - eine gute Zeit, voller Herausforderungen, Erfolgen und Enttäuschungen. Zwischen Heimkehrereuphorie und Trennungsschmerz. Und genau das wollte ich teilen. Mit den Freunden, die mir in den letzten Monaten zur Verfügung standen. Es war Donnerstag abend, 5 Leute vom letzten Arbeitgeber, 2 Mitbewohner und 2 neutrale Freunde. Für meinen Geschmack etwas zu Boschlastig, aber man muss sich mit dem zufrieden geben, was man hat. Und das war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Unter den ehemaligen Kollegen befand sich auch mein alter Chef. 36 Jahre alt, er isst kein Fleisch und hasst Sport. Auch zwei weitere Kolleginnen kratzten an den 30. Ziemlich schwierige Umstände. Es gab Pizza und Bier, man schwätzte - ausgelassen Stimmung. Da meine finanziellen Umstände am Ende eines Monats der kritischen Menge sehr nahe sind, hatte ich weniger als geplant eingekauft. Und schließlich dachte ich, bei einer Party am Donnerstag wird der gesunde Menschenverstand der Werkstätigen den übermäßigen Alkoholkonsum Einhalt gebieten und für frühes „Ich werd’ dann mal…muss ja morgen wieder arbeiten“ sorgen. Von den 9 Gästen gingen schließlich 6 einer geregelten Arbeit nach. Das verspricht ein frühes Ende. Doch man hatte sich eintrunken, war gesellig und dachte nicht daran, hier vorzeitig die Segel zu streichen. Als gegen 2 Uhr die Bierreserven erschöpft waren, wurde der Wein angegangen. Als um 4 die Weißweinquelle versiegte, machte man sich an die WG-Internen Sektflaschen ran. Ich hatte vorsorglich Wodka kaltgestellt, doch ich blieb der einzige, der diesen auch trank. Der Rest redete sich um den Wodka rum, man habe im G’schäft große Verantwortung und da passe der Wodka einfach nicht in die Planung. Zu diesem Zeitpunkt hätte man das allerdings eh niemanden mehr geglaubt. Zwischen ein und fünf Uhr glich mein Zimmer einer Partyhölle, mit Dr. Alban in ohrenbetäubender Lautstärke, jemand hatte meine Musikdatenbank entdeckt. Es war einer dieser Abende, wo es einfach falsch gewesen wäre, früher nach Hause zu gehen. Und so gingen die Jüngsten kurz vor 4 Uhr und die Ältesten kurz vor 5. Die Kollegen fühlten sich endlich wieder jung – sangen und sprangen zu jedem Song den sie kannten. Ein schönes Gefühl, so verabschiedet zu werden. Als endlich wieder meine zuvor aufwendig vorbereitete Playlist am Zuge war, waren die Gäste gegangen – es läuft The Velvet Underground. In meinem Bett liegt eine betrunken Kollegin, die offensichtlich die Heimkehr nicht mehr antreten konnte und sich meinen Wecker auf 7:30Uhr stellte. Am nächsten morgen war sie weg. Zur Arbeit vermutlich. Ich war sicher nicht der einzige, der wusste, dass wir uns nie wieder sehen werde. That’s life, würde Frank Sinatra sagen. Und da hat er wohl verdammt recht. Vorheriger BeitragBiwak - Grillen im Freien Nächster Beitrag: The Karlsruhe Years VII - Der Mörder im Hof |
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| Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 1. Februar 2007 ) |

Die Tage wurden wieder länger. Trotz Schnee und Eis war das Gefühl von Frühling in der Luft. Jenes Gefühl, dass schon bei meiner Ankunft in dieser Stadt in der Luft lag. Es galt die letzten Tage meines Karlsruhedaseins würdevoll zu begehen. Mit einer Party.