|
William Shakespeare
Deutsch von Rainer
Iwersen
Florian Rummel, Anke Sonnentag, Johannes Quester und Marlen Ulonska
Twelfth Night – das Dreikönigsfest, eine
karnevalistische Zeit in der die Normen Kopf stehen. Das verspricht Turbulenzen. Nicht umsonst ist »Was ihr wollt« nach dem
»Sommernachtstraum« das meistgespielte Stück Shakespeares. Uraufgeführt 1602 ist es seine letzte große Komödie und auch seine
bitterste. Zum Schreien komisch. Illyrien. Der Herzog liebt die schöne Gräfin Olivia, doch die will von Liebe nichts wissen. Ein
junger Mann taucht auf, gestrandet nach einem Schiffbruch und spielt für den Herzog den Liebesboten. Merkwürdigerweise fühlt sich
der Herzog sehr zu diesem Jüngling hingezogen.Verwirrend. Auch das Herz der Gräfin fängt für diesen süßen Jüngling Feuer. An ihrem
Hof hat sich der Onkel Tobias, eine echte Saufnase, breit gemacht. Der feiert mit weiteren schrägen Typen und heckt hässliche
Gemeinheiten aus. In einer der komischsten Szenen der Theaterliteratur gaukelt Tobias Malvolio, dem Haushofmeister, vor, Olivia sei
in ihn verliebt und der glaubt das. Was diese puritanische Technokratenseele dann im Balzrausch vollführt ist einmalig. Da eine
Komödie eine Komödie ist, findet sich auch für die entflammten Sinne des Herzogs und der Gräfin eine Lösung. Die Wege zum Glück
laufen durch abgründige Höllen. Übrigens: die Puritaner der Shakespearezeit rächten sich mit der Schließung der Theater. |