Rugby: Ein kleines Regelwerk für alle Unwissenden
Geschrieben von Thomas   
Montag, 26. September 2005
Rugby wird oft mit ähnlichen Sportarten verwechselt. Fünfzehn Spieler spielen hierbei mit einem eiförmigen Ball.
Dieser ist größer als das oft damit verglichene Football-Ei.
Polsterungen (Helme etc.) sind bei diesem Spiel wegen der daraus resultierenden Verletzungsgefahr verboten. Die Rugbyausrüstung besteht aus einem Trikot, einer speziell angefertigten reißfesten Sporthose, Stutzen und Stollenschuhen. Schienbeinschoner können ebenfalls bei Bedarf getragen werden. Neuerdings ist der Mundschutz (wie beim Boxen) Pflicht. Unsere lieben Krankenkassen zahlen ja bekanntlich nicht gerne für Zahnersatz.
Das Ziel beim Rugby ist, dass ein Spieler, gemäß den Regeln, in einem bestimmten Bereich der gegnerischen Mannschaft gelangt - das sogenannte Malfeld.

Der Ball - das Lederei - darf hierbei nicht nach vorne geworfen werden, da der Spieler den Raumgewinn erreichen soll und nicht der Ball.
Als Angreifer kann man nun entweder den Gegner täuschen, ihn quasi umlaufen oder aber über ihn rüber kicken, oder den Ball nach hinten passen (natürlich zu den eigenen Leuten), oder etwa in den Gegner hineinrennen, um hier, gemeinsam mit weiteren Mitspielern zu versuchen, einen Raumgewinn zu erlangen (jeder Meter zählt!).
Als Verteidiger versucht man natürlich, sich den Ball zu schnappen oder zumindestens den Angreifer umzurennen. Hierbei empfiehlt sich das Tackling (quasi das rammen mit der Schulter), welches so tief wie möglich angesetzt werden sollte, um dem Angreifer das Gleichgewicht zu nehmen (und damit den Wind aus den Segeln). Jede Art von Beinstellen, Schlagen oder Halten am Hals ist, wie beim Fussball, natürlich streng verboten.
Körpereinsatz ist natürlich (wie man erkennt) erlaubt und sogar gefordert, daher ist Fairness das oberste Gebot.
Die Rugby-Mannschaft besteht aus zwei Teilen: Dem Sturm und der Hintermannschaft (der Verteidigung). Beide Gruppen stürmen und verteidigen jedoch gleichzeitig.
Wird der Ball in das gegnerische Malfeld gelegt, wird dies als Versuch bezeichnet und zählt 5 Punkte. Während der Ball hierbei den Boden berührt, muss die Hand des Angreifers am Ball sein (d.h. den Ball auf den Boden werfen gibt´s net!).
Nach diesem gelungenen Versuch also hat die angreifende Mannschaft zudem die Möglichkeit, zwei weitere Punkte zu ergattern, indem sie den Ball durchs Goal über die querliegende Latte kickt. Als Abschuss-Punkt gilt hierbei die Stelle des gelegten Versuchs. Von dieser Stelle aus entfernt sich der Kicker mindestens 21 Meter parallel zur Seiten-Auslinie und sucht einen geeigneten Winkel, um das Goal zu treffen.
Weitere Punkte können durch Strafttritte durchs Goal oder Dropkicks während des Spiels erreicht werden. So erfolgte Goals zählen 3 Punkte.
Aufgrund dieser Zählweise sind Ergebnisse wie etwa 31 zu 89 (zur Verwunderung aller Fussballfans) keine Seltenheit.
Als letztes ist vielleicht noch zu erwähnen, dass Rugby nicht unbedingt die Sportart für Zartbesaitete ist. Gegrunze und Angeschnauze bleibt nicht aus. Trotz alldem ist Rugby ein sehr fairer Sport (was oft falsch eingeschätzt wird). Wer Angst vor Verletzungen hat, ist hier allerdings trotzdem falsch.
Allen anderen, vielleicht interessierten unter Euch sei nur gesagt: die Knochen kann man sich ebenso beim Treppensteigen brechen und mit Nasenbluten freundet man sich über kurz oder lang an... just try it!

der Thomas (Dank an MichGrund)